Kategorien
COVID-19

Schweiz und Italien

Wie schlimm wird es uns treffen?

Aktuell sind zu dieser Frage nur Mutmassungen möglich. Italien ist als südliches Nachbarland Ursprung der ersten Übertragungswelle auf das Tessin, weshalb wir die dortige Situation und deren Handhabung interessiert mitverfolgten.

  • Wir befinden uns aktuell auf einem ähnlich steilen Anstieg von Fallzahlen wie Italien (Verdoppelung etwa alle 2 – 3 Tage).
  • Im Vergleich zu Italien hatten wir stets eine höhere Fallzahl im Verhältnis zur Einwohnerzahl, zum Beispiel 10 Fälle pro 10’000 Einwohner: CH bereits nach 14 Tagen, IT erst nach 19 Tagen.
  • Während in Italien mit Tests erst begonnen wurde, als die ersten Todesfälle auftraten, haben wir schon viel früher getestet. Auch dadurch hat COVID-19 in Italien momentan wohl eine unterschätzte Fallzahl und eine hohe Todesfallrate im internationalen Vergleich (anfangs viele unentdeckte Erkrankungsfälle). Wir hingegen konnten die Erkrankten früher erkennen und isolieren.
  • In der Schweiz wurde 6 Tage früher als in Italien rigorose Massnahmen zur Verzögerung der Ausbreitung des neuen Coronavirus ergriffen. In Italien hingegen waren die Massnahmen beim Ergreifen drastischer als in der Schweiz. Welche Taktik nun wie effektiv wirken wird, können wir noch nicht abschätzen. Wir haben aber den Vorteil, dass in Italien alles etwas früher passiert als bei uns und können daraus lernen.
  • Gerade Bergamo in der Lombardei, einem Teil des Wirtschaftsmotor Italiens, hat es schwer getroffen. Auch das dortige Hauptspital, das mit 900 Betten hochspezialisierte Spitzenmedizin bietet, wurde von der Welle wortwörtlich überfahren. Die Voraussetzungen sind im Vergleich also gar nicht so unterschiedlich.
  • Nur wenig Voraus ist/war die Schweiz auch hinsichtlich der Bettenkapazitäten auf Intensivstationen (IPS). Zumindest zu Beginn der Pandemie waren folgende Kapazitäten vorhanden:
    • Italien: 80 IPS-Betten/Million Einwohner
    • Schweiz: 120 IPS-Betten/Million Einwohner
  • beispielsweise im Vergleich zu:
    • Deutschland: 350 IPS-Betten/Million Einwohner

Dies ist insbesondere im Wissen um die höhere Fallzahl im Verhältnis zur Einwohnerzahl unbequem. Dass es bei uns sehr knapp werden könnte, bestätigt auch Patrick Mathys, Leiter Krisenbewältigung im Bundesamt für Gesundheit:

„Wir wissen nicht, ob das am Ende reichen wird.“

Quelle: SRF

Es ist möglich, dass wir mit ähnlicher Härte getroffen werden wie Italien. Es ist aber auch denkbar, die Situation hierzulande besser kontrollieren zu können – dank

  • der frühen Testeinführung
  • früher getroffenen Massnahmen
  • der Möglichkeit, aus der italienischen Situation zu antizipieren

Wir erhoffen uns sehr, die Ausbreitung früher abzufangen und dadurch eine weniger schlimme Situation zu erfahren. Dafür müssen alle mithelfen!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.