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COVID-19

Notfallbetrieb

Aus dem persönlichen Umfeld haben mich diverse Anfragen erreicht, wie es denn im Spital aussehe, wo ich arbeite. Wir haben seit 3 Tagen auf Notfallbetrieb umgestellt. Konkret bedeutet das:

  • Der Operationsbetrieb wurde von vier OP-Sälen auf einen Notfallsaal reduziert. Planmässige Operationen wurden abgesagt. Es werden nur noch notfallmässige und dringliche Operationen durchgeführt.
    • Ein Leistenbruch oder Nabelbruch zum Beispiel wird also nur noch dann operiert, wenn er einklemmt und damit eine Notfallsituation besteht.
  • Der Sprechstundenbetrieb wurde auf dringliche Termine reduziert. Planmässige Sprechstundentermine wurden abgesagt. Um die Dringlichkeit abzuschätzen, werden Patienten telefonisch kontaktiert.

Vor dem Spital ist eine Triagestation eingerichtet worden, wo sämtliche auswärtigen Personen nach etwaigen Atemwegsbeschwerden triagiert werden, bevor sie das Spital betreten, auch wenn sie nicht aus diesem Grund das Spital aufsuchen. Für Verdachtsfälle ist eine ausgelagerte, zweite Notfallstation (Coronastation) eingerichtet worden, wo die Personen gegebenenfalls getestet werden und die weitere Behandlung festgelegt wird.

Gesichtsmasken und Desinfektionsmittel gehen zu Neige.

  • Gesichtsmasken müssen neu immer und überall getragen werden. Pro Tag dürfen wir aber nur eine Gesichtsmaske beziehen, statt Masken wie üblich mindestens alle 2 Stunden zu wechseln. Die verwendeten Masken werden dann mittels Gassterilisation wieder aufbereitet. Da unser Infektionsspezialist mit dem schlimmsten rechnet, hat er Stoffmasken bestellt – ob der Schutz ebenso effektiv ist, wissen wir nicht. Auch im OP gehen die chirurgischen Masken zu Neige. Nach „sauberen“ Operationen sollen wir Masken und OP-Kleidung wiederverwenden. Nach „schmutzigen“ Operationen werden die Masken sterilisiert und wiederverwendet.
  • Desinfektionsmittel wird insofern rationiert, dass jeder Spender überdacht und gerechtfertigt werden muss. Spender, welche sich nicht im Sichtbereich von Mitarbeitern befinden, werden entfernt, da Desinfektionsmittel vermehrt entwendet wurde. Leere Behälter werden eingeschickt, um von der Spitalapotheke wiederbefüllt zu werden (normalerweise werden sie durch neue, vom Hersteller bezogene Behälter ersetzt).

5 Anworten auf „Notfallbetrieb“

Es wäre interessant zu erfahren wie viele Fälle als „genesen“ diagnostiziert werden. Ich habe das Gefühl, dass immer nur neue Infektionen und Todesfälle aufsummiert werden. Das ist zwar sensationell, aber nicht korrekt.

Der Tagesanzeiger zeigt solche Daten und deren Dynamik beispielsweise für China unter diesem Link. Ich gehe davon aus, dass solche Zahlen für die Schweiz bald folgen werden.

Besten Dank für die prompte Antwort.
Leider will der „Tagi“ eine Registrierung um 14 Tage kostenlos mitzulesen. Das geht mir zu weit und zeigt, dass mit der Corona-Pandemie auch ein Big-Business gemacht wird.

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